Musikgeschichte der 40er Jahre

Das Jahr 1940 begann mit dem Swingstil Frank Sinatras, der seine Big Band Karriere just mit dem Beginn des neuen Jahrzehntes antrat. Das Billboard-Magazin veröffentlichte erstmals seine gleichnamigen Charts. Dadurch konnten nun auch Künstler nicht nur die eigenen Verkaufszahlen als Bemessung für ihre Erfolge zu Gunde legen, sondern sich anhand des Listenplatzes mit anderen Musikern vergleichen. Eine zeitgenössische Interpretin war auch die bekannte Doris Day. 
Gershwin machte mit „Porgy & Bess“ Furore und Glenn Miller bescherte uns mit „In the Mood“ einen absoluten Nr.1 Hit, aber auch Tommy Dorsey und Cliff Edwards waren in den oberen Rängen der Chartliste vertreten.
Pearl Harbour und der Eintritt der Großmächte Amerika und Japan in den 2. Weltkrieg bestimmen das Jahr 1941. Zugleich lässt man den Grundstein für das Pentagon legen. Propaganda und rein deutsche 
Musik beherrschen unsere Radiosender, während in Italien Ernesto Bonino von sich reden macht. 
Glenn Miller bringt „Chattanooga Choo Choo“ heraus und erlangt damit seine erste goldene Schallplatte, auch wenn dieses Medium zu diesem Zeitpunkt eher den höhergestellten Klassen zugänglich ist.
Die erste E-Gitarre von Les Paul erscheint und verändert dauerhaft die musikalische Welt. In Deutschland gilt die Swingmusik als entartet und so werden im April 300 Anhänger derselben brutal misshandelt und inhaftiert. Klassikfreunde erfreuen sich an Bela Bartoks sechstem Streichquartett, das in New York Premiere feiert.
1942 singt Bing Crosby „White Christmas“ und erweicht so die Herzen der Amerikaner, aber ist auch schnell auf internationalem Niveau erfolgreich. Cole Porter beschert den Londoner Musicalfans zwei neue Stücke mit „Let’s face it“ und „Du Barry was a Lady“. Die große Zeit des Musikfilms beginnt und kopiert so den Erfolg der Broadwaymusicals für die Durchschnittsbürger.
Duke Ellington beweist bei Auftritten im Jahr 1943 seine pazifistische Gesinnung, indem er bei Konzerten für Organisationen gegen den Krieg sammelt. Perry Como und Miles Davis machen erstmals von sich reden.
1944 ist das Jahr von Marikka Rökk, Heinz Rühmann und Ilse Werner, Letztere fiel durch ihr Pfeiftalent auf, während die Rökk singend und tanzend durch die Kinofilme der Deutschen spazierte und Rühmann als kleiner Mann mit seltsam anrührendem Gesang „die Herzen der stolzesten Frau’n“ bricht.
Im Jahr 1945 erklingt das Duett „Sentimental Journey“ von Doris Day und Les Brown und auch Charley Parker und Miles Davis fusionieren zeitweise mit Erfolg.
1946 debütiert Igor Strawinsky mit den New Yorker Philhamonikern und dem Dirigat zu „Symphonie in drei Bewegungen“, während Sinatra mit „Let it snow“ einmal mehr sein nationales und internationales Publikum begeisterte.
Marlene Dietrich und die Comedian Harmonists brachten mit ihren Liedern die deutsche Musik voran, während die erste Welle des Rock ’n Roll vom andern Kontinent herüberschwappte und sich besser behaupten konnte als Swing und Jazz. Gute Laune verbreitete auch Willi Stanke mit seinem Orchester.
1948 war Nat King Cole mit seinem „Natural Boy“ in Europa einer der beliebtesten Interpreten.
Im Musikjahr 1949 beherrschte Bully Buhlan mit seinem „Koffer in Berlin“ und dem „Heimweh nach dem Kurfürstendamm“ die deutsche Hitliste und zollte so der Trennung von West – und Ostdeutschland den nötigen Tribut. Im Karneval erklingt Jupp Schmitz „Wer soll das bezahlen?“ und aus Amerika schallen Fats Dominos rockige Klänge zu uns hinüber, die bei einigen immer noch als „Negermusik“ verschrien sind.
So endet ein Musikjahrzehnt, in dem die Klassik für Otto-Normalverbraucher immer mehr an Bedeutung verliert und deutsche und amerikanische Schlager Vorreiter für eine völlig neue Art der Musik sind, die uns bis heute begleitet.