U2 Biografie

Dem Papst küsste er die Hand, ebenso reichte er die eigene den beiden amerikanischen Präsidenten George W. Bush und Barack Obama, die er in ihrem konsequenten und gefräßigen Krieg gegen den Terror unterstützte. Der Rock-Musiker Bono wusste sich schon immer nicht nur mit guter Musik, sondern auch mit seinem Einsatz für wohltätige Zwecke in Szene zu setzen, sein politisches Engagement weckte allerdings auch negative Reaktionen, die dem Sänger von „U2“ aber kaum zur Belastung wurden, zumal er sich nicht nur im Musikgeschäft auskannte, sondern auch wusste, richtig und effektiv zu investieren, so beispielsweise sein gewinnbringender Anteil an der Plattform „Facebook“, oder sich steuerliche Vorteile zu verschaffen, indem er das ganze Geschäft einfach nach Irland und die Niederlande verlagerte, um die dort geringeren Steuergebühren zu nutzen.
Künstler-Sein hieße auch Größenwahn, so Bono über die letzte Skandal-Situation, als die Band ihr Album „Songs Of Innocence“ per Werbekampagne vermarktete und den iPhone-Nutzern als Stream kostenlos anbot, was andere Musiker, die hart im Geschäft zu kämpfen hatten, mehr als empörte, darunter auch Herbert Grönemeyer.
Mit richtigem Namen heißt der in Irland geborene Musiker Paul David Hewson, kam am 10. Mai 1960 in Dublin auf die Welt. In der Highschool kam einer seiner Mitschüler, der mit dem Schlagzeug vertraute Larry Mullen Jr., dann auf die Idee, das dortige schwarze Brett zu nutzen, um nach Musik-Interessierten zu suchen und auf diese Weise eine Band zu gründen. Auf die Anzeige meldeten sich Bono (ein Spitzname, den er schon sehr früh erhielt), der Gitarrist „The Edge“ alias David Howell Evans, der auch noch seinen Bruder mit in die Gruppe brachte, der später allerdings auch wieder ausstieg, und der Bassist Adam Clyton.
Zwei Jahre kraxelten sie unter den Namen „Feedback“ und „The Hype“ herum, bis sie 1978 an einer bekannten Musik-Talentshow in Irland teilnahmen und durch den Sieg einen Plattenvertrag einheimsten. Auch der Name „U2“ war nun endgültig festgelegt und sollte für die Unvergleichbarkeit der Rockgruppe stehen.
Die Manager-Arbeit übernahm Paul McGuinness, der sein Geschäft verstand, doch der Erfolg ließ noch etwas auf sich warten.
Die erste Platte ging fast geräuschlos unter. Der erste Auftritt in Amerika lockte ganze neun Zuschauer. Erst das dritte Album „War“ zog etwas Aufmerksamkeit auf sich, da es bereits die Themen aufwies, für die die Band „U2“ bekannt werden sollte, darunter moralische, politische und sozialkritische Texte und, für „U2“ besonders explizit, die Frage nach dem geeigneten Glauben.
Der Glaube spielte immer eine wichtige Rolle und sorgte auch in den frühen Anfängen für eine kurzzeitige Auflösung der Band, da Bono, The Edge und Mullen Jr. der christlich-jüdischen Gemeinschaft „Shalom“ beitraten, die Rockmusik vollkommen ablehnte. Die Band entschied sich dann aber zugunsten der Musik und beschränkte sich darauf, die Gewissensfragen in Songs zu verpacken. Daraus wurden dann später Vorwürfe gegen Atomwaffen oder Hungersnöte, gegen Aids oder Apartheid, ebenso die gute Werbung für „Amnesty International“ oder „Greenpeace“.
Das meistverkaufte Album wurde „The Joshua Tree“, das 1987 herauskam und auf Platz 1 der Charts in den USA, in Großbritannien und in Deutschland landete. Bald schon lächelten die Mitglieder von „U2“ auf dem Cover des Time-Magazins, tauchten in einem Film auf und machten weiter Musik-Geschichte. Ein Album nach dem anderen machte die Gruppe bekannt. Die große Popularität nutzte die Band immer wieder, um sich weltweit sozial zu engagieren.
Etliche Live- und Charity-Konzerte für wohltätige Zwecke fanden statt und füllten riesige Hallen. Auch spielte „U2“ mit verschiedenen Musikstilen, was die Platten einzigartig und vielseitig machte, so war das Album „Rattle & Hum“ zum Beispiel stark durch Blues, Elvis und B. B. King inspiriert.
Und gerade Bono geriet immer mehr in die Mitte medienwirksamer Aufmerksamkeit und landete sogar auf der Liste der möglichen Friedensnobelpreisträger oder wurde ernsthaft für die Präsidentschaft der Weltbank in Betracht gezogen. Als er sich für den Schuldenerlass afrikanischer Länder einsetzte, der dann auch beim G8-Gipfel in Edinburgh seine Ausführung fand, wurde Bono durch das Time-Magazin zum „Mann des Jahres“ erklärt. In Großbritannien wurde er vom britischen Königshaus für sein soziales Engagement zum Ritter geschlagen.