Geschichte des Deutschen Schlagers

Mit dem Begriff „Schlager“ wird im Grunde der nostalgische Rückblick auf die Musik anderer Generationen bezeichnet. Die Eltern wiegen sich in der Melodie eines alten Liedes, bei dem sie sich vielleicht kennengelernt hatten oder mit dem sie eine vergangene Zeit wieder heraufbeschwören, das Kind schüttelt über den staubig alten Mist den Kopf, fragt sich, wie man so einen Mist überhaupt hören konnte und weiß noch nicht, dass auch die eigenen Musikvorlieben irgendwann zu „Schlagern“ werden. 
Aber der „Schlager“ hat auch seine ganz eigene Geschichte, ist hauptsächlich im deutschsprachigen Bereich geprägt. Das erste Mal wurde von einem „Schlager“ Ende des 19. Jahrhunderts in Wien gesprochen, in Verbindung mit der Operette. Was vorher der einfache Straßensong war oder als „Gassenhauer“ bezeichnet wurde, änderte sich mit der Erkenntnis, dass Musik vermarktet werden konnte und gewisse Geschmäcker zu bedienen hatte. Alles, was von Noten gespielt oder gelesen wurde, musste nun anders bezeichnet werden, so fand man den Begriff „Schlager“ gerade für solche Sparten, die leicht eingängig waren, so genannte „Ohrwürmer“, wie sie viel später populär werden sollten.
Ein „Schlager“ war damit ein Stück oder Lied, das von da an besser vermarktet werden konnte. Er war dem Allgemeingeschmack angepasst, sollte viele Menschen mit einer einfachen Melodie, die sich schnell einprägte, erreichen und damit massentauglich sein. Die Operette erfüllte damals diesen Zweck, war im Grunde die leicht verdauliche Version der Oper. Mit ihr wurde der Begriff geprägt.
Erst nach dem Ersten Weltkrieg, dem amerikanischen Einfluss und der Entdeckung des Films wurde der „Schlager“ dann tatsächlich zu einem Lied, das ein ganz bestimmter Star vortrug und das dann auch ganz eindeutig mit seinem Namen verbunden war. Dieser damals neue Trend verschwand eine Zeit lang, als z. B. unter den Nazis viele jüdische Komponisten und Musiker verboten wurden.
Nach Ende des Krieges gab es einen großen Nachholbedarf, auch in der Reminiszenz an die schweren Zeiten. Noch während die Soldaten in den Krieg zogen, sangen Größen, wie beispielsweise Marlene Dietrich, aufmunternde Lieder, um ihnen den Kampf erträglicher zu machen. 
International fand derartige Musik in verschiedenen Strömungen weltweite Begeisterung. Samba, Swing, Boogie Woogie und andere Formen des „Schlagers“ dudelten aus dem Radio und erfreuten sich großer Beliebtheit. Die Texte waren einfach, die Musik ebenso, so sprach man auch von so bezeichneten„Schnulzensongs“. Gerade in Deutschland wurde der Schlager dann auch mit volkstümlicher Musik gleichgesetzt und wurde für Förderer dieser Form an Musik zum lukrativen Geschäft. 
Ebenso könnte man die Songs der „Beatles“ zu den „Schlagern“ rechnen. Im Grunde gehörten alle Stücke dazu, die sich auf den oberen Plätzen der Musikcharts befanden. International setzte sich der Erfolg verschiedener Musikgruppen durch, in Deutschland wiederum blieb die „Schnulze“ der eigentliche „Schlager“. Roy Black oder Peter Alexander waren Musiker, die dem Zeitgeschmack nachkamen, ähnlich wie Tom Jones in Amerika. 
Mit den Einflüssen verschiedener Musikstile änderte sich die Form des „Schlagers“. Insbesondere in den Siebzigern und Achtzigern floss jedweder Trend in die Musik, „Soul“, „Pop“, „Rock“, „Jazz“ ein – alle Richtungen spiegelten sich in den populären „Schlagern“ wider. Gerade in Deutschland wurden beispielsweise amerikanische Versionen regelrecht verdeutscht, wie es sich später auch typische Interpreten des „Schlagers“ wie z. B. Nena, Falco, Peter Maffay, Roland Kaiser oder Udo Jürgens zu Nutze machten, um unvergessliche Songs zu singen, die so schnell nicht wieder aus dem Ohr und dem Gedächtnis verschwanden.

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