Pink Floyd Biografie

„The Wall“ war sicherlich eines der größten Alben der Welt. Der Sound, der gleichzeitig anklagte und beruhigte, dessen tiefsinnige Botschaft weit mehr bewirkte als die leicht seichten Botschaften anderer Verfechter des Friedens, gerade im Bereich des britischen „Rocks“, kreiste weltweit in den unterschiedlichsten Gemütern und verkaufte sich mehr als dreihundert Millionen Mal.
Die Band, die schließlich unter dem Namen „Pink Floyd“ bekannt werden sollte, tat sich 1965 zusammen. Der Gitarrist und Sänger, Syd Barrett, der sich später in einem psychologisch verhängnisvollem Sumpfloch verlor, tat sich mit Bob Close, Rick Wright, Nick Mason und Roger Waters zusammen und trat zunächst unter dem Namen „Sigma 6“ auf. Die Bandnamen wechselten, auch die Mitglieder der Band, letztendlich blieb die Kombination aus den beliebten Jazz-Musikern, Jazzer Pink Anderson und Floyd Council erhalten.
Das erste Album, „Piper At The Gates of Dawn“, kam noch unter dem Band-Namen „The Pink Floyd“ heraus. Nach Auftritten mit Jimi Hendrix fiel das „The“ weg und die Bühne wurde durch farbige Scheinwerfer beleuchtet. Diaprojektoren zeigten Filmsequenzen und sollten eine Art LSD-Rausch vermitteln. Die Droge, die auch Schriftsteller und Gurus wie Aldous Huxley, Allen Ginsberg oder Timothy Leary propagierten, war in den späten Sechzigern noch völlig legal. Leider hatte der Frontmann der Band mit vielen psychologischen Problemen zu kämpfen, so dass er schließlich durch David Gilmour ersetzt werden musste.
Die „Rock“-Band „Pink Floyd“ war schnell in aller Munde. Allein der quadrophonische Sound, der zu dieser Zeit noch nicht durch bestimmte Stereogeräte nachgeahmt werden konnte, verhalf der Band schnell zu einer ganz eigenen Position in der Branche. Musik, Sound und Film flossen ineinander. Der visuelle Reiz war genauso wichtig wie die akustische Wahrnehmung. Dahinter steckte das Ideal „Wagner“, dessen Ideen und Gesamtkunstwerk die Band inspirierte, gerade im Experiment mit den Verfremdungseffekten, die zu einem wichtigen Erkennungsmerkmal für die Gruppe „Pink Floyd“ wurden.
Neben den sozialkritischen Elementen auf den Platten spielte auch die Mystik eine wichtige Rolle. Der erste Konzertfilm wurde auf der antiken Stätte „Pompeji“ gedreht, direkt am Fuße des Vesuvs. Der Auftritt war gleichzeitig ein grandioser Film als auch finanzielle Unterstützung für die nachfolgenden Ausgrabungen.
Das erste Erfolgsalbum hieß „The Dark Side Of The Moon“, kam 1973 heraus und verhalf der Band zu der Präsenz, die sie bis heute genießt. Das Album wurde mehr als 50 Millionen Mal verkauft und barg Songs mit äußerst düsteren Themen, darunter Wahnsinn oder Gier. Es gilt heute als eines der Meisterwerke der musikalischen Pop-Geschichte.
Der Kopf der Band, Syd Barrett, kämpfte zunehmend mit psychischen Problemen, so dass er die Band 1968 verlassen musste. In den Siebzigern zog er sich dann ganz aus dem öffentlichen Leben zurück, obwohl sein Gitarrenspiel immer virtuos, ausdrucksstark und fantasievoll blieb. Er war einer der Pioniere des „Psychedelic Rocks“ und wurde auch nach seinem Band-Rauswurf weiterhin finanziell großzügig von „Pink Floyd“ unterstützt.
Die Band selbst befasste sich, ganz nach ihrer Art, auf fast allen Platten mit gesellschaftskritischen Themen, darunter Krieg, Materialismus oder falsche Erziehung. Die nachfolgenden Alben waren grundsätzlich an gleichen Aussagen orientiert.
„Wish You Where Here“ stand ganz im Rahmen der Oberflächlichkeit des Menschen und seiner Geldgier, aber gerade „The Wall“, das Album, das 1979 erschien und wie eine Bombe einschlug, brandmarkte den Einzelnen in seiner totalitären Dekadenz. Für kein anderes Album wurde eine derartig große Bühne errichtet, und so sehr die Band auch weitere Alben produzierte, die alle ihren ganz eigenen Wert hatten, so sehr war sie auf dieses großartige Album festgelegt, das ihnen wie ein Brandmal die musikalische Richtung vorgab. Die Alben „Pigs“ oder „Division Bell“ erwiesen sich zwar gleichfalls als große Erfolge, aber alles Nachfolgende basierte in der Tendenz letztendlich auf „The Wall“, ein Album, das, in Anbetracht aller Songs, eigentlich fast Mainstream war, sich dennoch auch bei Kennern weiterhin großer Beliebtheit erfreut.

Pink Floyd Diskografie