Musikjahr 1961

Das politisch sowohl vom Kalten Krieg (Bau der Berliner Mauer) als auch von Zukunftsoptimismus (mit Juri Gagarin war zu ersten Mal ein Mensch in den Weltraum geflogen) geprägte Jahr 1961 wurde in der Unterhaltungsmusik international außer von Elvis Presleys Rockmusik vor allem durch tanzbare Gute-Laune-Musik und schmachtende Teenie-Balladen geprägt.
Elvis Presleys Popularität wurde 1961 durch einen Doppel-Mix aus Musik und Film kräftig gefördert. Mit dem Riesenerfolg der Film-Hula-Hula-Kitsch-Komödie „Blue Hawaii“ („Blaues Hawaii“), in der Presley lange vor Wikipedia an einem Hawaii-Strand namens „Wiki Wiki“ sehr relaxt als Wunsch-Objekt zahlreicher Bikini-Schönheiten posierte, wurde auch der Soundtrack zum Hit. Das Album „Blue Hawaii“ belegte 20 Wochen lang Platz Nr. 1 der US-Album-Charts und wurde nach „West Side Story“ das zweit-erfolgreichste Album der 1960er Jahre. Insbesondere die Auskoppelungen „Can't Help Falling in Love", einem außerordentlich schmalzigen Pop-Song, und die Presley-Version von „La Paloma“ „No More“ sowie das rockigere „Rock A Hula Baby“ wurden zu Kassenschlagern. Sie zementierten aber auch Presleys Image als Softrocker. In den folgenden Jahren, den „Presley-Hollywood-Jahren“, trat der „King“ nicht mehr öffentlich auf, sondern konzentrierte sich auf die Produktion von Filmen (insgesamt 27 in den 1960er Jahren), zumeist seichte Musikkomödien, und Studioalben. Sein letztes öffentliches Konzert für neun Jahre war ein Benefiz-Konzert im März 1961 in Honolulu. Für den Erhalt des als nationales Denkmal geltenden Wracks des 1941 beim Überfall auf Pearl Harbor versenkten Schlachtschiffs USS ARIZONA spielte Presley 64.000 Dollar ein.
Ein Vielfaches davon brachten ihm seine weiteren Nr.1-Hits des Jahres ein: Das schmachtende, von Kastagnetten-Geklacker begleitete „Surrender“ und das in klassischem Rockabilly-Sound aufgenommene „His Latest Flame“ sowie die bereits Ende 1960 gestarteten Dauerbrenner „Wooden Heat“, die Presley-Version des altdeutschen „Muss i denn zum Städtele hinaus“, und das „Are You Lonesome Tonight?“, einem Lied mit hohem Schmacht-Faktor.
Ähnlich gefühlvoll und erfolgreich war die Pop-Ballade „Will You Still Love Me Tomorrow“ der drei mit dem damals üblichen Bienenkorb-Frisurbergen auftretenden „The Shirelles“. Die drei afroamerikanischen Sängerinnen begannen mit dem Hit eine etwa vier Jahre dauernde Star-Karriere. Langfristig noch erfolgreicher wurden die ebenfalls 1961 ihren ersten Hit feiernden „The Marvelettes“. Mit „Please Mr. Postman“ begann die Laufbahn der schwarzen Girliegroup (auch Bienenkorb-Frisuren).
1961 fing mit dem leicht melancholischen „Runaway“ auch die Karriere des US-Sängers Del Shannon an. Bobby Vee konnte 1961 seine Position als Pop-Hoffnung mit dem gefühlvollen „Take Good Care Of My Baby“ bestätigen.
Aus Großbritannien kamen 1961 gleich zwei von einer erst 14-jährigen Interpretin vorgestellte Lieder, die zur musikalischen Signatur des Jahres wesentlich beitrugen: Helen Shapiros Fröhlich-Song „Walkin' Back To Happiness“ und ihr getragenes „You Don't Know“. Natürlich trat auch Helen Shapiro mit einem Bienenkorb auf dem Kopf auf.
Sehr Twist-lastig und im Grunde lediglich eine Version des 1960er Erfolgs „Let´s Twist Again“ war der ebenfalls von Chubby Checker geschmetterte Hit „Pony Time“. Vergleichbar gut zum hopsigen Tanzen verführte 1961 Bobby Lewis mit seinem „Tossin & Turnin´“. Soulig-quirlig ging es bei Ray Charles´ Hit „Hit The Road Jack“ zu.
Mit seinem Instrumental „Wonderland By Night“ landete Easy Listening-Spezialist Bert Kaempfert einen Klassiker der Fahrstuhlmusik. Fast ebenso erfolgkreich war der andere Fahrstuhlmusik-Hit des Jahres: Billy Vaughns „Wheels“.
Deutschlands Beitrag zur populären Weltmusik ind dem Jahr, in dem die Beatles zum ersten Mal im Liverpooler „Cavern Club“ auftraten, waren vor allem Nana Mouskouris „Weiße Rosen aus Athen“, „Ramona“ von dem Blue Diamonds und Bill Ramseys zu einer Bauchtanzgruppe gehörende „Zuckerpuppe“.

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