Musikjahr 1935

Verbot der "Comedian Harmonists"
Nach dem das Vokal-Ensemble nach der Ergreifung der Nazis im Jahre 1933 immer mehr Schwierigkeiten zu bewältigen hatte, folgte im Jahre 1935 ein vollständiger Auftrittsverbot des Ensembles. Woraufhin sich die Gruppe auflöste und in die jüdischen und nichtjüdischen Mitglieder aufspaltete. Sowohl die jüdischen Mitglieder gründeten im un-amerikanischen Exil ein Nachfolgeensemble mit dem Titel "Comedy Harmonists" als auch die nichtjüdischen Mitglieder in Deutschland unter dem Namen "Meistersextett". Obwohl alle sechs Mitglieder den 2. Weltkrieg überlebt hatten, kam es nach der Auflösung nie mehr zu einem erneuten Auftritt der ursprünglichen Besatzung. Im Jahre 1998 wurde den "Comedian Harmonists" für ihr Lebenswerk der "Echo" verliehen.

Verbot von Jazz-Musik
Am 11. Oktober kommt es zu einem Ausstrahlungsverbot von Jazz-Musik durch die Nazi-Administration in Deutschland. Der Reichssendeleiter Eugen Hadamovsky hatte den Jazz aus allen deutschen Rundfunksendern verbannen lassen.

Oper "Die Zaubergeige" (Uraufführung)
In Frankfurt am Main erlebte Werner Egk's Oper "Die Zaubergeige" am 21. Mai ihre Uraufführung. Das Libretto zu der, auf Franz Graf von Poccis Marionettenspiel basierenden und in drei Akten aufgeführten Oper wurde von Egk selbst und "Ludwig Strecker dem Jüngeren" verfasst.

Oper "Porgy and Bess" (Uraufführung)
Am 10. Oktober wird George Gershwins Oper "Porgy and Bess" im New Yorker Alvin Theatre uraufgeführt. Neben Gershiwns Musik, besteht die Oper aus DuBose Heywards Libretto und Liedtexten von ebenfalls Heywards und dem Bruder von George Gershwin, Ira. Es wird eine Geschichte von Afroamerikanern in der Catfish Rower Schwarzensiedlung aus dem Jahre 1870 in Charleston erzählt. Neben diversen Schallplattenaufnahmen, diente die Oper außerdem als Vorlage für den gleichnamigen Film aus dem Jahre 1959.

Komische Oper "Ero der Schelm" (Uraufführung)
Am 2. November findet die Uraufführung von Jakov Gotovacs komischer Oper "Ero der Schelm" (Original: "Ero s onoga svijeta"), im Zagreber Nationaltheater statt. Zu der Musik des Kroaten, steuerte sein Landsmann Milan Begovic das Libretto bei. Die Oper basierte auf Hans Sachs' Fastnachtsspiel "Der farent Schueler ins Paradies" und wurde neben der Anpassung an die Gegenwart (1930) außerdem nach Dalmatien verlegt.

Musikalisches Lustspiel "Das kleine Hofkonzert" (Uraufführung)
In München wird am 19. November, Edmund Nicks musikalisches Lustspiel "Das kleine Hofkonzert", bestehend aus drei Akten, uraufgeführt. Das Textbuch zu dem Stück hatten Toni Impekoven und Paul Verhoeven verfasst. Vom Komponisten selbst war für die Aufführung nur ein Kammerorchester vorgesehen. Das Werk wurde im darauf folgenden Jahr (1936) von der Ufa als "Das Hofkonzert" verfilmt und erlebte im Jahre 1945 ein Remake durch Paul Verhoeven, welches aber erst im Jahre 1950 Einzug in die Kinos erhielt.

Revue-Operette "Hopsa" (Uraufführung)
Im Züricher Stadttheater wurde am 30. November die Revue-Operette "Hopsa" von Paul Burkhard uraufgeführt, welche aus insgesamt zwei Teilen bestand. Das Libretto entstammt Armin L. Robinson und Paul Baudisch. Die Gesangstexte wurden ebenfalls von Robinson und Robert Gilbert beigesteuert. Im Jahre 1957 folgte dann eine Neufassung des Stücks in Wiesbaden.

Weitere Uraufführungen
Weitere musikalische Uraufführungen waren im Jahre 1936 unter anderem Eduard Künnekes Operette "Herz über Bord" in Düsseldorf bzw. Zürich am 30. März und Robert Russells Oper "Maria Malibran" an der New Yorker Juilliard Music School am 8. April. Ende des Jahres folgten außerdem Paul Abrahams Operette "Dschainah, das Mädchen aus dem Tanzhaus" am 21. Dezember in Wien und die heitere Oper von Eduard Künneke, "Die große Sünderin", an der Berliner Staatsoper Unter den Linden am 31. Dezember.

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