Musik der 60er Jahre

Die 60er Jahre – das waren die Jahre, in denen die Rebellen bunte Blüten im Haar trugen. Flowerpower – „Make Love Not War“, das war ihre Devise und ihre musikalische Hymne war „San Francisco“ von Scott McKenzie. Aber die 1960er Jahre waren auch die Blütezeit des Brit-Beats - der „Beatles“, der „Rolling Stones“. In den Sixties war Tom Jones auf Schmusekurs und Jonny Cash für „harte Jungs“ ganz in Schwarz unterwegs. Und natürlich feierte Elvis weiterhin Hits und Soulstars wie Wilson Pickett landeten in den deutschen Charts. Bob Dylan und Joan Baez standen für die weltweite Folk- und Protestbewegung und bis heute legendäre Rockbands betraten zum ersten Mal die Bühne. Es war ein buntes Jahrzehnt – auch musikalisch – voller fröhlicher Aufbruchstimmung und Vielfalt der Stile. Die Roaring Sixties waren eine Musikära, die so viele Musikerlegenden wie keine andere hervorgebracht hat, viele sind über Jahrzehnte im Geschäft geblieben, andere jung gestorben und unvergessen. Neu waren damals die vielen Beat-Bands, die die Charts eroberten und die ihre Fans zur kreativen Nachahmung animierten: Wohl nie gab es so viele Schülerbands, wie in den 1960er Jahren. Wer etwas auf sich hielt, der spielte in einer Band. Denn wer in einer Band spielte, war „in“ und hatte Schlag nicht nur in den Jeans, sondern auch bei den Mädchen. Und neu waren auch die Open-Air-Festivals, zu er sich die Jugend in aller Welt traf, um ihrem Lebensgefühl Ausdruck zu verleihen und sich und ihre Stars gleichermaßen zu feiern. Gleich zu Beginn er 1960er Jahre feierte Elvis Presley sein Comeback nach der erzwungenen Wehrdienst-Pause: Zu den Hits gehörten unter anderem „Are You Lonesome Tonight“ und „It’s Now Or Never“. Roy Orbison gelang 1964 mit „Pretty Woman“ ein ebenfalls unvergesslicher Hit, dem der gleichnamige Hollywoodfilm mit Julia Roberts und Richard Gere 1990 erneut ein Denkmal setzte. Einem anderen Sixties-Hit, dem Song „I’m A Believer“ (1967) von den „Monkeys“, verschaffte 2001 der Film „Shrek“ ein erneutes Comeback. Die Haare – anfangs noch gepflegt gestylt à la „Beatles-Pilzkopf“ – wuchsen bald wild und frei über Kragen und Schultern. Die Lederjacken wurden gegen Fellwesten oder knallbunte Militaryjacken mit Goldknöpfen ausgewechselt. Statt Petticoats waren nun wallende Hippiegewänder oder gürtelbreite Miniröcke angesagt. Die „Beatles“ waren allgegenwärtig und hatten seit ihrer Hamburger Starclub-Zeit den ganzen Planeten erobert. Härter waren die Klänge von den „Bad Boys“, den „Rolling Stones“. Ihnen folgte die Gründung musikalischer Rock-Schwergewichtige, wie „Deep Purple“, „Led Zeppelin“, „The Doors“, „Pink Floyd“, „The Bee Gees“ oder die „Byrds“. Und aus Kalifornien schwappte die Surf-Music mit den „Beach Boys“ und den „Mamas & Papas“ über den Atlantic. In Sachen Popmusik gingen Donovan, Cat Stevens oder Sandie Shaw an den Start. Chris Andrews sang seinen „Yesterday Man“, Graham Boney sein „Supergirl“, Sunny & Cher ihren „Little Man“ und Barry Ryan seine „Eloise“. Was den deutschen Schlager anging, lieferten Rex Gildo, Gitte, Wencke Myhre und auch Dorthe Hitverdächtiges für den deutschsprachigen Mainstream, aber auch Gerhard Wendland, Peter Alexander und Freddy hatten weiterhin ihr festes Publikum. Roy Black wurde mit „Ganz in Weiß“ ein neuer deutscher Superstar und Udo Jürgens gewann den Grand Prix mit „Merci Cherie“. Und auch die Franzosen landeten in Deutschland Hits: Francoise Hardy, France Gall aus dem Pop-Bereich oder Sacha Distel, Gilbert Bécaud und Charles Aznavour im Bereich Chanson. Die Liste der Stars und Hits aus den Sixites ließe sich beliebig lang fortsetzen – eines ist jedenfalls gewiss, die Songs und ihre Interpreten schaffen es auch nach einem halben Jahrhundert noch, jede Menge gute Laune auf Partys zu verbreiten, bei denen fast jeder mitsingen kann.