Musik-Charts

Der kürzeste Song, der jemals in den Charts gespielt und aufgenommen wurde, stammte von Adam Faith und hieß „What do you want“. Er dauerte genau eine Minute und achtunddreißig Sekunden und wurde 1959 ausgestrahlt. Der längste Hit war von Chris Butler, hieß „The Devil Glitsch“ und dauerte eine Stunde und neun Minuten. Einer der Sänger, der es immer wieder in die Charts schaffte, war Cliff Richard. Posthumen Erfolg feierte Michael Jackson, der nach seinem Tod mit 27 Titel in den Single-Charts vertreten war. Und Elvis Presley hielt den Platz Nummer 1 mit 21 Hits, gleich danach gefolgt von den „Beatles“ mit 20 Hits.
Jede Woche birgt ihre Höhepunkte und das Erscheinen neuer und alter Interpreten, anhand derer der Musikliebhaber abschätzen kann, was gerade in der Musik angesagt ist. Die Top 10 oder Top 100 der Charts geben Aufschluss über Aufsteiger und Newcomer, werden über die Verkaufsstatistiken ermittelt. Was sich am besten verkaufte, steigt nach oben, gefördert durch Werbung und Radioübertragung. Die Hitparade war immer der Maßstab sowohl für Musikfans als auch die Musikindustrie. Eine Single oder ein Album, die es auf die ersten Plätze schafften, gewannen an Popularität und wurden im Radio häufiger gesendet. Gleichzeitig wurde der Musiker dabei auch etwas zum Produkt.
Die Geschichte der Musikcharts reicht in eine Zeit zurück, in der Tonträger noch gar nicht vorhanden waren. Die erste Hitparade der Musik wurde 1891 in Amerika ins Leben gerufen, ermittelt über die Verkaufszahlen von Notenblättern. Die erste Radio-Hitparade wiederum wurde 1935 ausgestrahlt und fand von dort aus rund um die Welt Nachahmer. Ermittelt wurde diese durch Umfragen, die besagten, welche Lieder in öffentlichen Räumen gespielt wurden, etwas später durch Radiohörerzuschriften und schließlich mit Hilfe von Zählwerken, die in Bars und Tanzsälen in die dortigen Musikboxen eingebaut wurden und so die häufig gespielten Titel registrierten.
1952 wurde dann Großbritannien die erste Hitparade veröffentlicht, die auf den Verkaufzahlen von Plattenfirmen basierte, was dann allgemein Anwendung fand. Zusätzlich wurden die beliebtesten Songs aus beispielsweise Jukbox-Automaten ausgestrahlt. So fand sich die Bezeichnung der zunächst festgelegten Top 40, da in eine Jukbox exakt 40 Platten passten.
Die wöchentlichen Charts wurden damals noch über Formulare ermittelt, die Plattenfirmen und Händler ausfüllten, um ihre Ware zu präsentieren und zu vermarkten. Die Musikindustrie konnte anhand der Hitparaden wiederum auch den Erfolg und das Potential der eigenen Produkte und geförderten Musiker ermitteln. Später wurden Hits, die auf dem ersten Platz landeten und sich über hunderttausend Mal verkauft hatten, mit einer goldenen Schallplatte belohnt. Die erste ging 1942 an Glen Miller.
In Amerika wurde die Hitparade über das bekannte Billboard-Magazin bestimmt und so die offiziellen Charts kreiert. Im Gegensatz zu anderen Ländern, die mehrere Hitparaden präsentierten, blieben die Billboard-Charts die einzig maßgebenden in den USA. Erst später wurden dann nicht nur Singles, sondern auch Alben aufgelistet, auf unterschiedliche Tonträger geachtet, die verschiedenen Musikstile einbezogen, so dass Charts für jedes Genre entstanden, so z. B. für „Rock“, „Soul“ oder „Country“.
Mittlerweile werden die Hitparaden durch dafür vorgesehene Marktforschungsinstitute ermittelt, die neben Großmärkten und Plattenläden auch die Internetpräsenz und Download-Dienste mit einbeziehen. Der Markt ist anpassungsfähig, manchmal auch von Manipulationen nicht sicher. Dem Musikliebhaber bleibt letztendlich nur übrig, unter die Fassade an Markt und Verkauf zu blicken und sich am eigenen Geschmack zu orientieren. (mb)

Die Charts der 60er