Geschichte des Hardrock

Auf der ganzen Welt verteilt gibt es die so bezeichneten Hardrock-Cafés, die jener Zeit huldigen, in der dieses Genre seinen Anfang nahm. Die meisten sind mit Gitarren und alten Platten an der Wand ausgestattet, von düsterer bis grün beleuchteter Atmosphäre und von einem Publikum besucht, dem man den Musikgeschmack durchaus ansieht. 
Der Hardrock entwickelte sich Ende der Sechziger, als Rockmusik Ausdruck einer neuen Zeit und Generation war. Mit neuen politischen Bedingungen und der Entdeckung verschiedener Rauschzustände, die mit der Erfahrung von Tanz und Hörerlebnis auch die Musik selbst veränderten, fand sich der Mensch inmitten neuer Töne und Lautstärken wieder. 
Aggressiv, mit stampfendem Grundbeat, orientiert an der Bluestonleiter, gepaart mit einem verzerrten Gitarrenklang, mit Bass- und Schlagzeugsolos und der Verwendung von Moll statt Dur zeigte sich der Hardrock als ein Mittelweg aus melodischem Rock und dem noch aggressiveren Heavy Metal.
Nicht nur der Sound war laut und drohend, auch der Gesang drückte sich oftmals in Schreien und rauen Stimmlagen aus, hielt sich melodisch trotzdem die Waage, um den Ausgleich zum angenehmen Musikerlebnis zu ermöglichen. Balladen mischten sich mit dem beeindruckenden Solo verschiedener Instrumente, wechselten zwischen langsamen und schnelleren Stücken.
Den Beginn des Hardrocks machten „The Who“. Der Gitarrist Pete Townshend, der Sänger Roger Daltrey, der Bassist John Entwisle und der Schlagzeuger Keith Moon legten mit dem Album „My Generation“ den Grundstein des Genres. Ihre Musik war Lebenseinstellung und drückte die Ansichten einer ganzen Generation aus. Nicht nur, dass auf der Bühne ein härterer Sound erklang, so gehörte zum Auftritt auch die Zerstörung der Einrichtung, Instrumente und Verstärker. Bühnenaktion und das lautstarke Abreagieren vermischten sich mit dem Klang des Rocks, der bis nach „Woodstock“ fand.
„The Who“ lösten einen Sturm an Nachahmern aus. 1978 starb Keith Moon an einer Überdosis Drogen und wurde auch damit Teil der Geschichte. Nicht nur die Bühnen, auch Hotelzimmer wurden im Rausch zerstört. Hardrock war immer Aggression und Befreiung unterdrückter Emotionen.
Einer der berühmten Interpreten des Hardrocks wurden dann „Led Zeppelin“, die sich später dem Vorwurf der Satansanbetung ausgesetzt sahen, als der Song „Stairway To Heaven“ rückwärts gespielt eindrucksvoll von der Liebe zum Teufel erzählte oder doch zumindest so gedeutet wurde. Daneben sprachen sie jedoch ihrer Zeit und einer ganzen Jugend aus dem Herzen, und auch bei ihnen starb wiederum der Schlagzeuger, diesmal erstickt an seinem eigenen Erbrochenen.
Auch „Black Sabbath“ beeinflusste den Hardrock. Der berüchtigte Ozzy Osbourne stampfte auf die Bühne und biss Raben den Kopf ab. Während das erste Album von Radiostationen und Plattenfirmen noch relativ unbeachtet blieb, stieg es dennoch in den Charts und wurde bald zum regelrechten Ohrwurm. 
Schnell war dann auch eine groß angelegte Tour geplant. Ausgerechnet zu dieser Zeit ermordeten die Anhänger von Charles Manson die schwangere Frau von Roman Polanski. Sharon Tate war eine von mehreren, die in dieser Nacht den Tod fanden, wobei das Abschlachten sehr rituell wirkte. „Black Sabbath“ musste sich von einer erschütterten und aufgebrachten Menge den Vorwurf der Satansanbetung und Manson-Verehrung gefallen lassen und die Tour verschieben. Das änderte jedoch nichts an ihrem Erfolg. Die Ausgaben für die Produktion der neuen Platte hielten sich die Waage mit den Ausgaben für das notwendige Kokain, das die Band kiloweise konsumierte.
Mit „Smoke On The Water“ zeigte sich bald auch die nächste Band, die den Hardrock mitprägte. „Deep Purple“ traten auf die Bühne und sangen jenen Song, der in einem Hotelkeller komponiert wurde und bald zur Hardrock-Hymne geriet. Dennoch bildeten „Deep Purple“ eine Ausnahmeerscheinung im Hardrock, da ihre Alben mehr auf Blues und klassischen Elementen aufbauten und, im Gegensatz zu etlichen anderen Interpreten, dann doch den rauen Ton vermissen ließen.
Eher noch zählten dann „AC/DC“ zu den typischen Vertretern des aggressiven Hardrocks. Der Name stand für Gleichstrom/Wechselstrom und verdeutlichte hervorragend, was die Band dann auf der Bühne von sich gab. Gegründet wurde sie 1973 von den Brüdern Malcolm und Angus Young, beides Gitarristen, die ihr Handwerk beherrschten. Die Mitglieder wechselten über die Jahre häufig, zumindest die am Mikrophon stehenden Interpreten. Begonnen mit Dave Evans, der von Bon Scott abgelöst wurde, der wiederum in seinem Auto in betrunkenem Zustand erfror und wahrscheinlich an seinem Erbrochenen erstickte, prägte schließlich Brian Johnson mit seiner einmaligen Kopfstimme den Sound der Band und verhalf „AC/DC“ zu dem erfolgreichsten Album „Black in Black“. In den Anfängen hatte die Hardrock-Band häufig mit Auftrittsverboten zu kämpfen, zumal ihre Songs sich um Drogen, Suff und Sex drehten und nie in einen konservativen Rahmen passten. Auch „AC/DC“ wurde dem typisch rüpelhaften Ruf gerecht und prügelte sich ausgerechnet mit „Deep Purple“ auf einer Bühne vor zwanzigtausend Menschen. Einer der größten Hits war „TNT“. 
In die Reihe der Hardrock-Legenden passten dann auch „Judas Priest“, die maskenhaft bemalten Musiker von „Kiss“, Alice Cooper, „Nazareth“, „Van Halen“ und Bill Bailey alias Axl Rose mit seiner Band „Guns ´n´ Roses“. (mb)