Elvis Presley Biografie

„Der King lebt“ und die Hoffnung stirbt zuletzt. Es gab immer wieder Gerüchte, dass die große Rock 'n' Roll-Legende am 16. August 1977 nicht starb, sondern sich aus der Öffentlichkeit durch einen fingierten Tod zurückzog. Um Elvis Presley drehten sich etliche Legenden und tatsächlich ist er bis heute einer der erfolgreichsten Künstler aller Zeiten, zumal sich seine Platten auch nach seinem Tod millardenfach verkauften. Das sichert ihm den Platz als meistverkaufter Solo-Künstler in der Musikgeschichte.
Nicht nur seine Musik, auch er selbst wurde zig-fach imitiert. Sogar Las Vegas mit seinen Spielhöllen, Bühnenshows und aufsehenserregenden Attraktionen kann bis heute nicht auf den Auftritt eines der etlichen Elvis-Interpreten verzichten.
Elvis steht für Rock 'n' Roll. Mit ihm wurde er publik, fand Eingang in die Herzen der Jugend, die mit der aufkommenden Begeisterung auch gegen die konservativen Gesetze ihrer Elternhäuser rebellierten. Bilder kreischender Frauen, die in Ohnmacht fielen, gehörten genauso dazu, wie Elvis und sein phänomenaler Hüftschwung.
Geboren wurde er am 8. Januar 1935 in Tupelo im US-Bundesstaat Mississippi. Mit elf Jahren wünschte er sich zum Geburtstag ein Gewehr, bekam stattdessen eine Gitarre, die er auch ganz nett fand. Als Elvis dreizehn Jahre alt war, zog er mit seinen Eltern nach Memphis. Dort besuchte er die Highschool und jobbte nach der Schule in einer Fabrik oder arbeitete als Lastwagenfahrer.
In einem jener heißen Sommer, in denen die Fliegen sich überall hinsetzten und die Sonne brannte, schlenderte Elvis in ein Plattenstudio und nahm für seine Mutter zwei Songs auf, wollte gleichzeitig testen, wie sich seine Stimme auf Platte anhörte. Die Beziehung zu seiner Mutter war eine intensive, legendär mit dem späteren Geschenk eines pinkfarbenden Cabriolets. Der Produzent Sam Phillips war von Presley begeistert, der für ihn ein Weißer mit der kräftigen Stimme eines Schwarzen war.
Elvis hatte es von Anfang an leicht. Sein Aufstieg war kometenhaft und mit ihm wurden auch etliche Schwarze ermutigt, ihre Musik zu zeigen, da kaum jemand glauben konnte, dass die Stimme einem Weißen gehörte. Mit dem Engagement des Managers Colonel Tom Parker wurde Elvis bald in allen Radios gespielt und eine Firma zahlte für ihn den zu damaligen Verhältnissen unfassbaren Betrag von 35.000 Dollar, um ihn unter Vertrag zu nehmen. Die Investition lohnte sich. Bald kam der Song „Heartbreak Hotel“ heraus und landete in etlichen Charts.
Mit 21 Jahren hatte Presley seine erste Millionen verdient und sang nicht nur auf Bühnen, sondern drehte auch Filme. Danach konnte er in Memphis die berüchtigte Farm „Graceland“ kaufen, die heute Pilgerstätte seiner Fans ist, in der er auch tot in seinem Badezimmer aufgefunden wurde und auf deren Grund er beerdigt liegt.
Bald darauf musste Presley zur Armee, wurde dort nach der Grundausbildung nach Deutschland versetzt und traf die Liebe seines Lebens, die damals noch vierzehnjährige Priscilla Beaulieu. Als Soldat lernte Elvis auch die Vorzüge von Amphetaminen kennen, die eine aufputschende Wirkung hatten und zu dieser Zeit an die Soldaten verteilt wurden.
Priscilla nahm er mit nach Amerika. Das Einverständnis bekam sie nur von ihren Eltern, weil Elvis versprach, sie zu heiraten, sobald sie das achtzehnte Lebensjahr erreichte. Sie besuchte, während sie auf Graceland lebte, eine katholische Mädchenschule. Als Priscilla volljährig war, heirateten beide am 1. Mai 1967 in Las Vegas, ein Jahr später wurde die Tochter Lisa Marie Presley geboren, die später dann eine eigenartige Scheinehe mit Michael Jackson einging, die nicht lange hielt. Ebenso war auch die Ehe zwischen ihren Eltern keine lange. Das Paar wurde 1973 wieder geschieden.
Der anhaltende Erfolg, die Platten, die sich weltweit verkauften, die Fernsehübertragungen seiner Auftritte, die zahlreichen Filme, die er drehte, die Frauen, die ihm zu Füßen lagen und die Partys, auf denen sich der King of Rock 'n' Roll zunächst gerne, dann mehr gezwungenermaßen blicken ließ, trieben ihn bald in Drogen- und Fresssucht. Innerhalb kürzester Zeit quoll der Bühnenstar wie ein Hefekuchen auf und wurde regelrecht fettleibig. Bei Auftritten wirkte er bald wie sein ausgelaugter und abgelebter Schatten, wie die eigene Karikatur einstiger Erfolge. Den jugendhaften Schwung hatte er schnell verloren und seine Koteletten wuchsen ins Unendliche.
Dennoch trat eine neue Frau in sein Leben, mit der er sich auch verlobte. Sie hieß Ginger Alden und war auch diejenige, die ihn in gekrümmter Haltung und mit dem Gesicht nach unten im Badezimmer auffand.
Ein spektakuläres Konzert gab Elvis noch in Indianapolis, bevor er starb, für die Nachwelt als „Elvis In Concert“ aufgezeichnet.
Sein Tod kam so überraschend, dass etliche Menschen schockiert waren. Er ist bis heute umstritten und die genauen Umstände sind weiterhin ungeklärt, selbst der Totenschein wurde gefälscht. Offiziell hieß es, Presley hätte einen plötzlichen Herztod erlitten, wohl durch die hohe Dosis an Medikamenten hervorgerufen, die er einnahm und ohne die er keinen eigenständigen Schritt mehr machen konnte. Auch litt er seit seiner Kindheit an Schlaflosigkeit, die er mit Beruhigungsmitteln umgehen wollte.
Dass der King weiterlebt, ist dagegen unumstritten. Die Kontroverse nach seinem Tod, der explosionsartige Erfolg seiner Platten, die große Anteilnahme an seinem Ableben, das Auferstehen an Millionen Elvis-Imitatoren, das Kostüm „Elvis“, der King als literarische Figur und das Unvergessliche seines Wesens und seiner Musik machen Elvis für alle Zeiten unsterblich. (mb)