50er jahre

Die 1950er Jahre waren das Jahrzehnt des Auf- und Umbruchs, der sich erstmals über die Musik ausdrückte. Es waren die Anfänge der Jugendrebellion. Im Film verkörpert von James Dean. Aber auch in der Musikwelt tat sich einiges. Laute, bisher nicht gehörte Rhythmen und Klänge kamen aus den USA und wurden weltweit zur Philosophie einer ganzen Generation - der Rock’n‘Roll war geboren und brachte einige Unruhe und gelegentlich pures Entsetzen in die an Heimatfilme gewöhnte junge Bundesrepublik. 
Im Nachkriegsdeutschland war die Welt Anfang des Jahrzehnts noch einigermaßen in Ordnung. „Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein“ - brave deutsche Schlager und ebensolche Interpreten prägten die Musiklandschaft. Aufbruch gab’s in der Adenauer-Ära nicht. Catarina Valente, Vico Torriani und Rudi Schuricke brachten die älteren Semester zum Träumen und ließen sie die schweren Jahre vergessen, die der Zweite Weltkrieg geprägt hatte. Deshalb hatte die seichte Musik großen Anklang gefunden, zumal die Titel auch Urlaubsträume suggerierten, wobei besonders das Fernweh in Richtung Süden an vorderster Stelle stand. 
Doch die sich anbahnenden Veränderung waren auch hierzulande schnell spürbar: Das „Wunder von Bern“ war geschehen, Hildegard Knef entblätterte sich für Sekunden auf der Leinwand („Die Sünderin“), Vespas und VW-Käfer machten mobil und die ersten Jeans kamen aus den USA nach Deutschland herüber. Ebenso wie englischsprachige Songs, die aus den Musicboxen in den Eisdielen tönten: Paul Anka, Dean Martin oder Frank Sinatra ... Aber dann kamen die beat-stärkeren Musiker aus den USA - Bill Haley & His Comets beispielsweise - mit seinem wohl berühmtesten Song „Rock Around The Clock“. (1954). Und andere Rock’n’Roller folgten: Chuck Berry, Jerry Lee Lewis, Buddy Holly und allen voran Elvis Presley. Sie veränderten die Gesellschaft – mit ihrer Musik, mit ihrem Outfit, ihren Frisuren und ihren Botschaften. Die junge Generation begann eine eigene Kultur zu entwickeln und sich von der älteren Generation abzugrenzen. Die Jugendlichen nannten sich jetzt „Die Halbstarken“ – nach einem populären Filmtitel aus dem Jahre 1956 mit Horst Buchholz und Karin Baal.
Die Zeit des Hüftschwungs, des Petticoats, der Röhrenjeans und der Lederjacken hatte begonnen und die Haare wurden länger und zu verwegenen Schmalzlocken geformt. In England machten die Beatles ihre ersten Bühnenerfahrungen in Schülerbands. Und nachdem die rebellischen Songs anfangs nur über die britischen und amerikanischen Soldatensendern zu hören waren, hatte sich ab Mitte der 1950er Jahre auch in Deutschland ein Vorzeige-Rocker auf seinen Karriereweg gemacht: Peter Kraus, der mit englischen Cover-Songs das Rock’n’Roll-Feeling auch jenen Jugendlichen näher brachte, für die die englische Sprache vorerst noch eine Barriere war. 
Andere Musikströmungen, die aus den USA nach Europa und damit auch nach Deutschland kamen waren Rockabilly, Soul, Folk Rock, sowie R&B. R&B – das war beispielsweise Ray Charles. Den Jazz gab es selbstverständlich auch noch – Louis Armstrong oder Duke Ellington machten ihn auch weiterhin populär. Aus Frankreich kamen die Chansons – Edith Piaf und Jacques Brel hießen die Geheimtipps für Insider.
Dennoch hatte natürlich auch der deutsche Schlager in den 50er Jahren seine Blütezeit: Peter Alexander war ganz groß im Rennen, Freddy Quinn hatte „Heimweh“ (1956), die kleine Conny (Froboess) tauchte erstmals auf. Und viele ihrer Lieder von damals sind bis heute Evergreens geworden.